Kambodschas Hauptstadt Phnom Penh liegt im Süden des Landes und hat ungefähr 2 Millionen Einwohner. Die Stadt ist etwa 650 Jahre alt und wurde damals auf einem aufgeschütteten, etwa 25 Meter hohen Hügel errichtet. Die Kambodschaner sind ein duldsames, leidgeprüftes Volk, das in der Neuzeit Kolonie Frankreichs war. Die Indochina-Kriege hatten bereits in den sechziger und siebziger Jahren des zwanzigsten Jahrunderts tiefe Wunden hinterlassen. Im Jahr 1975 kam das Schreckensregime der Roten Khmer unter seinem Führer Pol Pot an die Macht. Dieses Regime hielt sich bis 1978 an der Macht und entvölkerte Kambodscha durch Morde, Folter, Hunger und Krankeiten. Während dieser Zeit wurden auch die meisten Einwohner Phnom Penhs zwangsdeportiert, um die Stadt für die Führungselite der Roten Khmer frei zu machen. Städte galten in der Ideologie Pol Pots als konterrevolutionär und imperialistisch. 1979 wurden die Roten Khmer vertrieben. Die Folgen jener Schreckensherrschaft sind bis heute in der Stadt zu spüren. Erst nach Jahrzehnten wurden die Führer der Roten Khmer zur Rechenschaft gezogen.

In den letzten Jahrzehnten hat sich die Stadt so weit entwickelt, dass von den katastrophalen Zuständen nach dem Fall des Pol Pot Regimes nichts mehr zu sehen ist. Phnom Penh präsentiert sich als eine vielseitige Stadt mit unzähligen Einkaufsmöglichkeiten. Es gibt viele Bäume und Sträucher und die sind auch nötig anhand der Luftverschmutzung durch eine halbe Million Mopeds, auf denen die Einwohner durch die Stadt brummen. Zu sehen gibt es einiges in der Stadt am Mekong, auch wenn viele historische Bauten vom Verfall bedroht sind. Verschiedene Wats sowie der alte Königspalast mit seiner silbernen Pagode lassen den Touristen erahnen, wie imposant das alte Kambodscha einst war. Mahnmale wie das Tuol-Sleng Museum, das einstige Gefängnis, erinnern an die Schreckensherrschaft der Roten Khmer. Die sogenannten Killing Fields, die Massengräber der Opfer der Roten Khmer sind durch Filme und Reportagen auf der ganzen Welt hinlänglich bekannt.

Von Fast Food Ketten ist die Stadt bisher verschont geblieben. Essen kann man in vielen Bistros, Cafés, Restaurants und Garküchen auf den Märkten. Es gibt auch einige europäische Gaststätten in der Stadt. Die Amtssprache Kambodschas ist Khmer, aber man spricht in Phnom Penh auch chinesisch, französisch und englisch. Wer einen reinen Vergnügungsurlaub machen möchte, der ist in Kambodscha wohl nicht richtig. Aber wer kulturell und politisch interessiert ist, für den wird sich die Reise sicher lohnen.

Kategorie: Kambodscha Städte

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